Beitrag
von Bailey » Mi 10 Sep, 2003 12:39 am
Also, meine Berlinerlebnisse.
Zuerst hat mein Kumpel, der mir wegen meiner gebrochenen Hand helfen wollte, einen Unfall gebaut, die versicherung lief jedoch nur auf mich.
Erwähnenswert hierbei vielleicht, dass der unfall beim Rückwärtseinparken geschah, direkt vor der haustüre.
Tja, dann wollte er jeden Abend ausgehen, um Jungs aufzureißen, er ist nämlich schwul, auch wenn er betont bi zu sein, was ich ihm aber niemals abkaufe.
Das führte dazu, dass in meinem haus erst mal alle denken, dass wir ein pärchen sind.
Nun, dann waren wir in einer bar, cafe amsterdam hiess es, und liegt in meiner strasse.
Es war ganz gemütlich, was mich dazu veranlaßte, auf eine fast "typische Schach-Stimmung" hinzuweisen, eine Bemerkung die mir später gerade zu zynisch und boshaft erschien.
Denn um 2 Uhr nacht verwandelte sich das schöne cafe in einem, pardon für den ausdruck, Schwuchteltraverne.
Die Musik wurde anders, der Feminine-Anteil sank rapide auf unter 0 %, und ich wollte gerade gehen, aber mein Kumpel beichtete mir unter Alkoholeinfkluß seine mißratene, auf Geld beruhende Erziehung.
Nach mehreren Getränken setzte sich der vorhin noch freundliche Barkeeper mit plötzlich aufgeknöpften hemd zu uns, um ein gespräch zu beginnen.
Hmm, aus einer halben Stunde was essen (ok, schlechte Uhrzeit dafür), wurde eine lange Nacht.
Der Zeiger hatte die 4 Uhr schon überschritten, als wir zu viert alleine waren.
Der Barkeeper, mein ehemaliger Kumpel Marco, der freund vom Barkeeper und ich.
Nun wurde es gefährlich und wir wollten gehen.
Marco jedoch hatte wohl zum ersten mal die gelegenheit so etwas zu machen, denn bei ihm zuahuse, naja, alles wie in den 50er Jahren.
Und so blieben wir also noch ein weilchen, aber nur "15 Minuten".
Inzwischen schneite in das schon abgeschlossene Cafe ein weiteres Schreckgespenst von draussen herein, eine Frau, so ende zwanzig, nicht unbedingt hässlich aber nun wirklich nicht das was mein Typ wäre.
Es bildeten sich nun cliquen.
[spoiler]Marco flirtete mit dem Barkeeper, und wollte ihm einen Blasen, aber nur mit dem ausdrücklichen Hinweis "Du kennst mich doch, ich würde nie schlucken", und "bitte, lass mich".[/spoiler]Angesichts dessen, dass der Gute keinen Alkohol verträgt, musste ich ihn dauernd abhalten, hinter die Theke zu stürmen, udn Dinge anzustellen, für die er sich nur ärgern würde.
Gleichzeitig musste ich mich jedoch an zwei weiteren Fronten selbst verteidigen.
Die Frau machte sich so was von an mich ran, dass ich fast nicht reagierte, als der andere Typ zu mir sagte "Du, ich rede doch eh nur mit dir, um dich ins Bett zu kriegen".
Kaum konnte ich verneinend antworten, denn so etwas liegt mir nun überhaupt nicht, da musste ich Marco schon wieder abhalten, hinter die Bar zu rennen, wo er mich zum, ohne jede Übertreibung, 132 mal anflehte, es ihn doch tun zu lassen, inzwischen mit dem Hinweis, dass ihm der Barkeeper versprochen hätte, dann nichts mehr Zahlen zu müssen.
Und da gab es einiges, denn aus irgendeinem Grund gab er die ganze Zeit Lokalrunden aus, wobei ich nicht nur mein, sondern auch seinen Wodka trinken musste, da er nicht mehr dazu imstande war.
So ging das in etwa zwei Stunden lang, inzwischen hatte die Frau sich auch nicht von meinem Alter abschrecken lassen (wie? 19, Oh, das ist schlecht. Obwohl, macht nichts).
Ich weiss was ihr jetzt denkt, aber sie war so saudumm, und wirklich überhaupt nicht mein typ.
Nein, Vielmerh verwendete sie mein Bemühen, Marco von einer Dummheit abzuwenden: "Oh, das ist nett. Du bist ein lieber Kerl, ein ganz Lieber kerl!" Und wenn es irgendwie möglich war, sich noch mehr an mir ranzumachen, dann hat sie es geschafft.
Beim Befreien musste ich mir erneute Anmachversuche von dem Typen anhören.
Irgendwie gelang es uns so gegen 7 Uhr diesem schauderhaften Trauerspiel zu entkommen.
Und was war der Dank?
Nein, Marco hat mir keine Sekunde gedankt, wir haben usn noch fürchterlich zerstritten, weil er einfach so nervig war, ich sage euch schlimmer als Daniel Küblböck.
Hey, das war die schlimmste Woche seit langem, aber nun ist es vprbei, meine sachen sind auch in berlin, und ich muss nur noch streichen und einräumen, dann ist fertig.
Aber in das Cafe Amsterdam gehe ich nie mehr wieder.
Ansonsten ahbe ich heute zum ersten mal Bowling or Columbine gesehen, und schaue mir noch Tanguy der Nesthocker an.
brrh, aber mir schaudert es ehrlich noch, nicht nur vom Cafe.