
Nachdem ich mir die Arbeit nun schon einmal gemacht habe, könnt ihr den Artikel jetzt hier lesen.
Wenn ich gewusst hätte, dass das meine letzte Arbeit für BV wird, hätte ich mir ja ein positiveres Thema ausgesucht...
Kleine Spoiler zur 7. Staffel
Fehlzündungen
Das ist mein erster negativer Artikel.
Meiner sehr bescheidenen Meinung nach ist Buffy the Vampire Slayer die beste Serie, die je im Fernsehen gelaufen ist. Aber wie jede andere Serie hat Buffy auch ihren Anteil an Fehlzündern. Es sind wenige. Sie liegen weit auseinander. Aber es gibt sie.
Diese Aussetzer gefallen mir besser als die besten Folgen der meisten anderen Fernsehserien. Für mich sind sie toll, einfach weil sie zu Buffy gehören.
In jeder dieser Folgen gibt es mindestens einen Moment, der sie in meinen Augen verzeihlich macht. Dennoch schätze ich sie von den bisherigen 130 und ein paar gequetschten Folgen am wenigsten.
Die Top 10 der schlechtesten Folgen von Buffy the Vampire Slayer
10. The Puppet Show / Buffy lässt die Puppen tanzen, geschrieben von Rob Des Hotel und Dean Batali
Rob Des Hotel und Dean Batali waren in den ersten beiden Staffeln von Buffy regelmäßig als Autoren tätig. Sie lieferten immer sehr durchwachsene Folgen ab. Die einzige, die mir gefiel, war Phases / Der Werwolfjäger, aber das lag hauptsächlich an Seth Greens großartiger Schauspielleistung. Ihr Versuch in der ersten Staffel, The Puppet Show / Buffy lässt die Puppen tanzen, gewinnt etwas durch die Szene im Abspann und das Debüt von Rektor Skinner, aber ansonsten ist sie einfach schlampig gemacht.
Am Ende stellte sich heraus, dass der Bösewicht in Wirklichkeit ein Zauberer war, den wir zuvor bereits in einem dämlichen, blöden Witz gesehen hatten. Sie haben eine Folge über eine lebendige Puppe geschrieben, die Witze über Holz reißt und versuchten, ihren Tod rührend wirken zu lassen.
Momentan schreiben Rob Des Hotel und Dean Batali durchwachsene Folgen für That 70's Show, darunter auch das Musical zur hundertsten Folge, das nicht halb so gut wie Once More, With Feeling / Noch einmal mit Gefühl war.
9. Gingerbread / Hänsel und Gretel, geschrieben von Jane Espenson
Mit den Folgen von Jane Espenson verbindet mich eine Hassliebe. Zum Glück ist es hauptsächlich Liebe (Earshot / Fremde Gedanken hat es letzte Woche sogar in meine Bestenliste geschafft), aber wenn Espenson nicht in Topform ist, kommt nichts Gutes dabei heraus.
Gingerbread / Hänsel und Gretel basierte auf einer guten Idee, die völlig langweilig umgesetzt wurde. Es ist fast unheimlich. Wann immer ich die Folge wieder ansehe, werden mir die Augenlider schwer.
Amy wird völlig verschwendet, obwohl sie für das Ende der Geschichte extrem wichtig ist, das Ende ist das absolute Gegenteil von bewegend und der Bürgermeister erscheint hier (zum ersten und einzigen Mal) nichtssagend und langweilig.
Aus irgendeinem Grund wird Jane Espenson noch öfter auf dieser Liste auftauchen. Ich war selbst überrascht, als ich mir die vollständige Liste ansah. Eigentlich finde ich ihre Folgen meistens toll. Ihre Werke in der frühen 6. Staffel waren phantastisch, in der 5. Staffel hat sie ebenfalls richtig gute Sachen geschrieben und in der gerade laufenden 7. Staffel läuft sie zu Topform auf (ich freue mich schon auf die Folge Storyteller, die noch vor der Veröffentlichung dieses Artikels gezeigt werden wird), und sie hat die extrem brillante Folge Earshot / Fremde Gedanken geschrieben. Dennoch sind aus irgendeinem Grund VIER von ihren Folgen auf dieser Liste. Ich weiß nicht, wieso. Aber, damit ihr Bescheid wisst, ich liebe Janes Espenson trotz dieser vier Folgen wirklich abgöttisch.
8. Fear, Itself / Der Dämon der Angst, geschrieben von David Fury
Normalerweise bin ich ein Riesenfan von David Furys Arbeiten, sowohl für Buffy als auch für Angel. Aber das hier begeistert mich nicht so sehr.
Eine ganze Menge Fans liebt die große Überraschung am Ende von Fear, Itself / Der Dämon der Angst. Ja, der große furchterregende Dämon stellt sich als winzig heraus. Toll. Aber diese Folge hat gar nichts gebracht.
Das einzige, was mir an der ganzen Folge gefiel, war das Halloween-Kostüm von Oz, ein Kostüm das ich selbst vor einigen wenigen Monaten an Halloween benutzt habe.
Ein weiterer Grund dafür, dass mir die Folge nicht gefiel, war, dass ich bereits die Folge Nightmares / Die Macht der Träume aus der 1. Staffel kannte, und das hier war ein offensichtlicher Abklatsch davon.
Buffy war im Bezug auf Halloween-Specials immer sehr kreativ. Halloween / Die Nacht der Verwandlung ist nach wie vor mit Abstand das beste, und ich muss sagen, dass Fear, Itself / Der Dämon der Angst meiner Meinung nach das Schlechteste ist.
7. Reptile Boy / Der Geheimbund, geschrieben von David Greenwalt
Das ist ein weiterer Fall des "guter Autor, schlechte Folge"-Syndroms. An dieser Folge hat mir einiges sehr gut gefallen: Willows Ausbruch gegenüber Giles und Angel, die "Wenn ich dich küsse, will ich sterben"-Szene und die gesamte Charakterisierung der Hauptfiguren.
Dennoch enthielt diese Folge eine der schlechtesten Monster-Nebenhandlungen in der Geschichte der Serie. Machida und sein schäbig gemachtes Design waren so wenig bedrohlich, dass es lächerlich war. Außerdem präsentierte uns diese Folge eine dieser furchtbaren "unsere gefesselte Heldin findet einen losen Nagel, mit dessen Hilfe sie sich befreien kann"-Szenen. Das ist schlicht einfallslos.
Das ist einfach so mittelmäßig, dass es schlecht ist.
6. Double Meat Palace / Geheimnisvolle Zutaten, geschrieben von Jane Espenson
Eine unterdurchschnittliche Espenson-Folge.
Der ultimative Hinweis auf den Mangel an Ideen, die in diese Folgen investiert wurden, kommt in der großen Kampfszene am Ende. Als der Dämon enttarnt wird, sagt Buffy überrascht "Die Perückenfrau?" Aber die Figur wurde in der Folge nie zuvor als Perückenfrau bezeichnet.
Man kann fast erkennen, was in dieser Folge beabsichtigt war. Die Frage "Was wäre, wenn Buffy einen Job hätte?", über die Fans schon seit Beginn der Serie gegrübelt hatten, wurde schließlich beantwortet. Und die Antwort war: Wenn Buffy einen Job hätte, wäre die Handlung ganz schön langweilig.
Eine verschwendete Gelegenheit.
Diese Folge verliert außerdem Punkte dafür, dass sie die schrecklich nervige Figur Halfrek, die Rachedämonin, einfallslos eingeführt hat. In späteren Folgen war sie vielversprechender, aber sie wurde getötet, und so bleiben uns nur die Informationen, die wir hier erhalten haben.
5. I Robot, You Jane / Computerdämon, geschrieben von Ashley Gable und Tom Swyden
Grässlich.
Immerhin bemerkenswert, weil uns die Folge einige echte Einblicke in den Charakter von Willow gab, einer bis dahin stereotypen Figur. Joss Whedon führte sie in Welcome To The Hellmouth - The Harvest / Im Zentrum des Bösen - Die Zeit der Ernte gut ein, und in The Pack / Das Lied der Hyänen war sie gut, aber erst hier bekam sie feste Konturen.
Das sollte gesagt werden, aber abgesehen von Willows Charakterentwicklung war die Folge ziemlich furchtbar. Unsere Bedrohung der Woche war Moloch, ein gigantischer Roboterdämon, der im Computersystem lebte.
Nicht nur das, Moloch (der Zerstörer) baggerte Willow im Internet an. Das war, wie jede beliebige Folge von Smallville, eine dumme Variante der Methodik, nach der man eine Hauptfigur mit einer Nebenfigur zusammen bringt, die nur eine einzige Folge lang funktioniert. Außerdem haben der Regisseur und das Post Production Team oder sonst irgendjemand nicht aufgepasst. Die Folge enthält der offensichtlichsten Fehler in der Geschichte von Buffy. Auf dem Computerbildschirm ist Buffys Profil zu sehen, und von einer Szene zur nächsten ist ihr Geburtsdatum ein völlig anderes. Das war sogar schlimmer als der berüchtigte Kontinuitätsfehler in Innocence / Der gefallene Engel.
Aber der Gerechtigkeit halber: ein großes Hurra für den ersten Auftritt von Robia LaMorte als Jenny Calendar.
4. Pangs / Der Geist der Chumash, geschrieben von Jane Espenson
Ich werde sicher gekreuzigt werden, weil ich diese Folg mit aufnehme, oder?
Diese Folge kam in sehr vielen letzte Woche eingereichten Top10-Listen von Lesern vor, was bedeutet, dass diese Woche viele Leute sauer auf mich sein werden.
Mein Hauptproblem mit dieser Folge ist Angel. Ich liebe diese Figur, aber er hat Sunnydale am Ende der 3. Staffel unter ziemlich endgültigen Umständen verlassen. Um ihn so früh zurückkehren zu lassen, hätte etwas Gewaltiges passieren müssen. Aber dieses Gewaltige entpuppte sich als eine Art seltsamer Schamanengeist, der vielleicht noch weniger bedrohlich als das bereits erwähnte Monster aus Reptile Boy / Der Geheimbund war.
Darüber hinaus hatten wir Willows lustiges aber letztendlich uninteressantes über-politisch korrektes Geschwätz über Thanksgiving.
Abgesehen von dem genialen Ende hinterlässt die Folge bei mir einen faden Geschmack im Mund.
3. Killed By Death / Der unsichtbare Tod, geschrieben von Rob Des Hotel und Dean Batali
Okay, Killed By Death / Der unsichtbare Tod enthält eine meiner Lieblingsszenen in der Geschichte von Buffy. Xander, wie er im Krankenhaus Angel entgegentritt, war einfach exzellent.
Dennoch, lassen wir das beiseite und sehen wir uns eine andere Liste an: Die drei Dinge, die ich an Killed By Death / Der unsichtbare Tod hasse.
Das erste ist die Eröffnungsszene. Die Folge beginnt damit, dass Buffy gegen Angelus kämpft. Wir erfahren nicht, wie es zu dem Kampf kam oder wieso Angelus Buffy angreifen sollte, bevor er einen festen Plan hat (in Passion / Das Jenseits lässt grüßen zeigte er noch, dass er sich sehr gut zurückhalten kann). Meiner Meinung nach hätten sie nicht so früh miteinander kämpfen sollen.
Das zweite, das ich an dieser Folge hasse, sind die neuen Informationen, die wir über Buffy bekommen. Ich hatte schon zum Thema I Robot, You Jane / Computerdämon erwähnt, dass es nicht schlau ist, eine Hauptfigur eine Bindung mit einer Figur eingehen zu lassen, die nur einmal auftritt. Das passiert hier mit Buffy und dem Kindestod (zu ihm später mehr). Wir erfahren, dass der Dämon Buffys geliebte Cousine Celia getötet hat, als beide noch klein waren. Nicht nur passt das kein bisschen zu der Buffy, die wir bereits zwei Jahre kennen, es ist auch einfach dämlich.
Und schließlich, die dritte Sache, die ich an der Folge hasse, ist der Kindestod selbst. Er ist eine schlechte Freddy Kruger-Kopie und nichts mehr. Gott sei Dank ist er tot. Komm nie zurück. Bitte.
2. Triangle / Der Hammer der Zerstörung, geschrieben von Jane Espenson
Diese Folge gab uns einen Einblick in die Vergangenheit von Anyanka. Aber die Fakten, die in dieser Folge eingeführt wurden, schienen nicht lebensfähig zu sein, bis Drew Goddard (der beste neue Autor seit Noxon) zwei Staffeln später Selfless schrieb.
Die wichtigste Tatsache, die man in dieser Folge erfährt, ist, dass Anya in der Vergangenheit eine Beziehung zu einem riesigen Troll namens Olaf hatte. Sie spielt das als reine Komödie aus, etwas, das sie normalerweise unglaublich gut kann, aber hier passte es nicht richtig, und diese Folge ist mir die unliebste in der extrem gut strukturierten 5. Staffel.
Außerdem wurde zum ersten und letzten Mal nicht sehr sensibel mit Willows Lesbisch-sein umgegangen. Es gab Witze auf Kosten der Eigenarten der Figur, und so etwas kommt normalerweise bei Buffy the Vampire Slayer nicht vor.
1. Beer Bad / Das Bier der bösen Denkungsart, geschrieben von Tracey Forbes
Wie der Typ mit dem Comicladen [Anmerkung: in den Simpsons] sagen würde: Die schlechteste Folge, die es je gab.
Ich müsste dieser Aussage zustimmen, wenn sie sich auf diese Folge beziehen würde. Ich hatte viel mehr von jemand erwartet, der zum ersten Mal für die Serie schreibt. Normalerweise sind die ersten Versuche von Autoren intelligent und interessant gewesen. Das kann man in den ersten Folgen von Joss Whedon, Marti Noxon, David Fury, Jane Espenson, Drew Goddard, Rebecca Rand Kirshner, David Greenwalt, Dan Vebber, Carl Ellsworth und einigen anderen sehen, die ich jetzt weglasse, weil sie mir nicht einfallen.
Tracey Forbes reichte Beer Bad / Das Bier der bösen Denkungsart ein, eine Folge, in der Buffy in eine Höhlenjägerin verwandelt wird, was man auch als eine eindimensionale Figur bezeichnen könnte. Eine Serie mit einem so dichten feministischen Subtext sollte als Aussage mehr bieten können als "Wenn ein Kerl dich betrügt, hau ihm einen großen Stock über den Kopf."
Tracey Fobes hat in der 4. Staffel zwei weitere recht durchschnittliche Folgen geschrieben, und seitdem habe ich nichts mehr von ihm (oder ihr?) gehört.
Dabei will ich es belassen. Ich werde das mit den Listen jetzt eine Weile sein lassen und wieder zu meinen gewohnten Essays zurückkehren. Also, lest mich wieder, schreibt mir wieder und schreibt eure Kommentare unter diesen Artikel. Ihr kennt das ja.
Quelle: Daniel Erenberg, Slayage.com
Übersetzung: Disharmony


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