Ich schnappe mir gestern wie üblich das neue Star Wars Magazin und schlage zufällig gleich folgenden Artikel auf - Manü hat´s zwar schon erwähnt - aber vielleicht interessiert´s ja doch noch jemanden
JEDI-RITTER & VAMPIRJÄGER
Die Star Wars/Buffy Connection
Fans der beliebten TV-Serie
Buffy - Im Bann der Dämonen wissen natürlich, daß die Serie einiges mit unserem Lieblings-Weltraumepos gemeinsam hat. Beide Geschichten drehen sich um eine Auserwählte oder einen Auserwählten, der oder die sich mit immer mächtigeren Feinden herumschlagen muss, dabei aber tatkräftig von einem bunten Häuflein Verbündeter unterstützt wird. Sowohl im "Buffyversum" als auch in der Galaxis weit, weit entfernt sind sowohl Gut als auch Böse überlebensgroß, und die Geschichte umfasst die ganze Palette von actionreichen Abenteuersequenzen bis zu dunklen inneren Konflikten - und der Witz und Humor darf dabei natürlich auch nicht fehlen! Seit
Buffy über die Bildschirme flimmert, tauchten in der Serie immer wieder amüsante Anspielungen auf das Star Wars Epos auf, ob es nun um Requisiten, Dialogfetzen oder gar um eine wilde Lichtschwertschlacht ging. Und wem das noch nicht Beweis genug ist, das Buffy-Schöpfer Joss Whedon und seine Drehbuchschreiber große Star Wars Fans sind, der sollte sich bewußt machen, dass der Titelsong der Serie von einer Band namens Nerf Herder gespielt wird...
Die Figuren kennen sich also mit den Filmen aus, heben die Spielsachen und zitieren Dialoge aus Star Wars - aber es sind die Autoren und Autorinnen der Serie, die sie all das tun lassen. Vor Kurzem traf sich das Offizielle Magazin mit den Buffy-Autoren Jane Espensen, David Fury, Drew Z. Greenburg und Douglas Petrie, um herauszufinden, wie es kommt, daß gerade die Star Wars Anspielungen in
Buffy so zahlreich sind. Auf der Suche nach der Antwort begannen wir ganz am Anfang: bei den Erinnerungen an die erste Begegnung mit der weit, weit entfernten Galaxis.
Das erste Mal
"Star Wars feierte am 25. Mai 1977 Premiere, das war ein Mittwoch", sagt Douglas Petrie. Damit beweist er natürlich sofort seine Glaubwürdigkeit als echter Fan. "Ich habe den Film dann zwei Samstage nach der Premiere gesehen, also im Juni der ersten Ausstrahlung."
Und er kennt nicht nur das ursprüngliche Premierendatum des Films, er erinnert sich auch an den exakten Moment, als ihm klar wurde, daß er von nun an Fan sein würde. "Als Han Solo zurückkam, um Luke Skywalker zu befreien...nachdem Darth Vader gesagt hat "jetzt habe ich dich!", das war...." Und hier fehlen selbst dem Mann von der schreibenden Zunft die Worte, um seine Begeisterung zu beschreiben.
Nach einer kleinen Atempause erklärt er: "Ich hatte noch nie einen Film gesehen, wo sozusagen die Kavallerie in letzter Minute auftauchte, um den Helden zu retten. Solche Filme waren absolut aus der Mode gekommen. Wir waren zu jung für Chinatown, Hundstage, Der Pate II und all die großartigen Filme, die zu der Zeit rauskamen. Und dann kommt da plötzlich dieses riesige lebendige Comic daher, mit den ältesten Archetypen überhaupt, und die waren völlig neu für uns. Es war absolut das beste Kinoerlebnis, das ich je hatte."
Drew Greenburg ist da ganz derselben Meinung, was die Faszination von Star Wars angeht. "Das war das erste Mal, das ich so etwas gesehen hatte, und es war so geschickt erzählt - so klar und sauber - daß es fast eine Art Neuerfindung der klassischen Mythen war. Ich meine, ich weiß das jetzt, wo ich zurückblicke und das Ganze im Kontext sehe, zusammen mit all den Dingen, auf die Star Wars Bezug nimmt, aber damals war das alles total neu für mich."
Der Eindruck war tiefer, als es dem jungen Greenburg damals klar war. "Ich wußte nicht, daß ein Mensch gleichzeitig auch ein Schriftsteller sein konnte. In meinem kleinen siebenjährigen Gehirn hatte ich keine Idee, wie man das eine mit dem Anderen verbinden sollte. Aber ich wußte, daß ich Geschichten erzählen wollte, so wie dieser Mr. Lucas Geschichten erzählte. Ich wollte ein Teil dieser Sache sein... Ich wollte Geschichten auf eine unterhaltsame, fantastische Art erzählen."
Drew Goddard war erst zwei Jahre alt, als Star Wars zum ersten Mal auf die Leinwände kam, aber seine Eltern versichern ihm, sie hätten ihn damals mit in den Film genommen. Es war aber der zweite Film, der den tiefsten Eindruck auf ihn machen sollte. "Ich erinnere mich genau an Das Imperium schlägt zurück, wie ich mit meinem Papa aus dem Kino rauskomme und einfach völlig damit beschäftigt war, wie um Himmels willen wir Han da wieder rauskriegen können", erinnert er sich. "Ich stand wirklich da und sagte: "Papa, wie schaffen wir das nur?"
Jane Espensens Familie mußte von irgendwo in Iowa in die Landeshauptstadt Des Moines fahren, um Star Wars zu sehen. "Das war der erste Film, den ich gesehen habe, wo die Leute richtig Schlange standen. Ich war fasziniert, wie jedes zwölfjähriges Kind." Ihre eindrucksvollste Erinnerung stammt aus dem darauffolgenden Sommer, als ihre Familie sie auf Besuch zum dunklen Lord der Sith mitnahm. "Da war ein sehr großer Typ in einem Darth Vader Kostüm, der ein Szenenfoto aus dem Film signierte, mit einem großen schnörkeligen D und einem kleinen "arth Vader" in dem D drin. Ich habe das Bild jahrelang wie einen Schatz gehütet. Irgendwann habe ich dann gelesen, daß das gar nicht der Typ war, der im Film in dem Kostüm gesteckt hatte. Es war einfach nur irgendein langer Mensch, der die Kinder im Einkaufszentrum amüsieren sollte.
Ich als Kind habe natürlich gedacht, es wäre der richtige Darth Vader. Und als mir dann klar war, das es nicht so war, habe ich das Autogramm auch nicht behalten."
Als David Fury als Teenager den ersten Trailer für Star Wars sah, waren seine Erwartungen nicht gerade hoch. "Ehrlich, meine erste Reaktion war Skepsis. Ich sah mir das an und dachte: "Ach, das wird wieder so ein Ding wie Flucht ins 23. Jahrhundert oder so was. Das wird Elemente aus Planet der Affen abkupfern - ich dachte, schließlich sieht Chewbacca ein bißchen affenmäßig aus. Und ich war sicher, daß das einfach noch eine weitere Enttäuschung werden wird. Ich war in dem Alter schon ganz schön zynisch, was meine Erwartungen anging - all die Sachen, auf die ich mich richtig gefreut hatte und die erst großartig aussahen, waren dann wirklich enttäuschend. Star Wars war eigentlich das erste Mal, daß ich etwas gesehen habe und völlig davon überwältigt war. Gleich als die großartige Titelmusik zu hören war, war ich gefangen genommen."